Video: Syrien-Flucht als Videogame

Als Abdullah Adnan Karam 2014 aus Syrien flüchten musste, gab sich der leidenschaftliche Computerspieler selbst ein Versprechen: Wenn er lebend in Europa ankommen sollte, würde er seine Flucht in einem Computerspiel erlebbar machen. Dieses Versprechen hat er 2016 eingelöst: „Path Out” heißt das Videospiel, das im Retrolook die Geschichte einer Flucht aus Syrien erzählt. “Der Unterschied, zu einem Buch zum Beispiel, ist, dass ein Buch eine Perspektive mitteilen kann. Das ist schon nicht schlecht. Aber ein Computerspiel kann die Perspektive verändern. Und diesen Perspektivwechsel wollten wir mit dem Spiel erreichen. Wer immer der Spieler ist, vielleicht jemand mit ganz bestimmten Vorstellungen über die Welt, dieses Spiel sollte den Perspektivwechsel ermöglichen. Dabei soll das Spielen immer noch Spaß machen, das Spiel ist durchaus witzig. Es soll neutral sein, mitfühlend, und die Wahrheit zeigen.” Entstanden ist das Spiel in Zusammenarbeit mit Causa Creations, einer Spielefirma aus Deutschland. Dort hatte man bereits Erfahrung mit besonderen Game-Projekten, sagte Firmenmitbegründer Georg Hobmeier: “Wir glauben tatsächlich – vor allem, weil wir jetzt dran abreiten, es eben noch ein bisschen mehr für die breite Masse zugänglich zu machen – das es tatsächlich viele viele Menschen erreichen könnte. Es ist eine Geschichte, die auch sehr spannend zu erzählen ist. Und wir glauben tatsächlich, dass es eines Tages ein profitables Unterfangen sein könnte.” Für ein solches Spiel abseits des Mainstream ist „Path Out” relativ erfolgreich. Etwa 25.000 mal wurde das Spiel bisher runtergeladen. Und sollte das Projekt eines Tages tatsächlich etwas Geld abwerfen, soll das – zumindest teilweise – an Hilfsprojekte gespendet werden. Abdullah Adnan Karam lebt inzwischen in Österreich und macht eine Ausbildung als Programmierer.

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