Umwelt: Greenpeace-Protest gegen Deutsche-Bank-Fondstochter DWS

Umwelt Greenpeace-Protest gegen Deutsche-Bank-Fondstochter DWS

Ein Greenpeace-Banner „DWS verpflichten Klima schützen!“ hängt an einem Gebäude der Deutschen Bank. Foto: Andreas Arnold/dpa

Ein Greenpeace-Banner „DWS verpflichten Klima schützen!“ hängt an einem Gebäude der Deutschen Bank. Foto

© Andreas Arnold/dpa

Sind Produkte der Deutsche-Bank-Tochter DWS nicht so „grün“ wie sie verkauft werden? Die Vorwürfe stehen seit einiger Zeit im Raum. Greenpeace fordert entschiedenen Klimaschutz von dem Unternehmen.

Greenpeace hat die „Greenwashing“-Vorwürfe gegen die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS erneut zum Anlass für eine Protestaktion genommen. Am frühen Mittwochmorgen kletterten Aktivisten der Umweltschutzorganisation auf das Vordach der Deutschen-Bank-Zwillingstürme in der Frankfurter Innenstadt in Sichtweite der DWS-Zentrale.

Nach Angaben eines Greenpeace-Sprechers befanden sich am Morgen elf Aktivisten auf dem Vordach. Sie entrollten dort ein rund 100 Quadratmeter großes Banner mit der Aufschrift „DWS verpflichten, Klima schützen!“. Die Polizei sei mit Einsatzkräften vor Ort, teilte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Mittwochmorgen mit.

Anlass für die Aktion war nach Greenpeace-Angaben die Hauptversammlung der DWS an diesem Donnerstag (15.6.). „Greenwashing ist bei der DWS strukturell verankert. Als Mehrheitseignerin ist die Deutsche Bank in der Pflicht, die klimaschädlichen Geschäftspraktiken der DWS zu beenden“, forderte Greenpeace-Finanzexperte Mauricio Vargas in der Mitteilung. Protestaktionen von Greenpeace gegen die DWS hatte es auch im März dieses Jahres und im Oktober 2022 gegeben.

Dem Vermögensverwalter DWS wird vorgeworfen, sogenannte grüne Finanzprodukte als „grüner“ verkauft zu haben, als diese tatsächlich sind – „Greenwashing“ also. Ins Rollen gebracht hatte die Ermittlungen die frühere DWS-Nachhaltigkeitsbeauftragte Desiree Fixler mit öffentlicher Kritik an ihrem früheren Arbeitgeber. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft hatte Anfang vergangenen Jahres Ermittlungen gegen Mitarbeiter und Verantwortliche der DWS wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs aufgenommen.

Die DWS hatte die „Greenwashing“-Vorwürfe stets zurückgewiesen. Im Juni vergangenen Jahres wurde jedoch der Chef ausgetauscht: Asoka Wöhrmann wurde durch Stefan Hoops von der Deutschen Bank ersetzt.

In seinem vorab veröffentlichten Redetext zur diesjährigen DWS-Hauptversammlung sagte Hoops zu den „Greenwashing“-Vorwürfen: „Die DWS arbeitet seit Beginn der Untersuchungen aktiv, offen und transparent mit den Behörden zusammen. Die Aufklärung der Vorwürfe und der Abschluss der externen Untersuchungen haben für die Geschäftsführung weiterhin höchste Priorität.“

Die Deutsche Bank teilte am Mittwoch mit: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind für die Deutsche Bank eine strategische Priorität. Das gilt für alle Geschäftsbereiche und damit auch für unsere Mehrheitsbeteiligung an der DWS.“ Die DWS wies darauf hin, dass sie vor Kurzem eine Richtlinie zum Umgang mit Kohle-Unternehmen verabschiedet habe und „die Notwendigkeit für die Einführung weiterer Richtlinien, einschließlich einer Öl- und Gasrichtlinie“ prüfe.

Informationen zur DWS-Hauptversammlung 2023 Mitteilung Greenpeace 14.6.2023 Dachverband der Kritischen Aktionäre zur DWS-Hauptversammlung Mitteilung

dpa

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