News des Tages: Justiz ermittelt nach Aussagen von Pegida-Demonstranten über Lübcke

Inhaltsverzeichnis

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Opfer-Anwalt: Kinder in Lügde von Tätern abwechselnd missbraucht (14.14 Uhr)
  • Justiz ermittelt nach Aussagen von Pegida-Demonstranten über Lübcke (12.44 Uhr)
  • BMW-Chef Krüger hört 2020 auf (12.10 Uhr) – Bericht: Produktionsvorstand Zipse soll übernehmen (13.35 Uhr)
  • Früherer stern-Chefredakteur Michael Jürgs gestorben (10.34 Uhr)
  • Deutsche auf Mallorca der Gruppenvergewaltigung beschuldigt (0.49 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker:

+++ 14.14 Uhr: Opfer-Anwalt: Kinder in Lügde von Tätern abwechselnd missbraucht +++

Opfer des sexuellen Kindesmissbrauchs im Fall Lügde sollen nach Darstellung eines Anwalts abwechselnd von den beiden Hauptangeklagten missbraucht worden sein. “Klar ist, dass die Kinder wechselseitig missbraucht wurden, aber wir haben bislang noch nicht klar und deutlich gehört, inwieweit sie sich abgestimmt haben”, sagte Opferanwalt Roman von Alvensleben in einer Verhandlungspause am Landgericht Detmold. Zuvor waren unter Ausschluss der Öffentlichkeit mehrere Kinder und auch zum Teil deren Angehörigen als Zeugen gehört worden. Nach Darstellung von Alvensleben habe es wohl laut den Aussagen auf dem Campingplatz eine Art Konkurrenzverhältnis der beiden Angeklagten im Umgang mit den Kindern gegeben. 

Zuvor hatte das Gericht bei der Aussagen der jungen Zeugen im Alter zwischen 6 und 13 Jahren zum Teil auch die Angeklagten bei der Befragung ausgeschlossen. Die Anwälte der Nebenkläger hatten dies beantragt und mit der großen Angst ihrer Mandanten vor den Angeklagten begründet. Eine Opfer-Mutter wurde bei ihrer Aussage von einer Psychologin begleitet. 

Video: Neuer Beschuldigter im Fall Lügde

+++ 14.08 Uhr: Tunesien verbietet Nikab und andere Gesichtsschleier in öffentlichen Gebäuden +++

Eine Woche nach einem erneuten Anschlag in Tunesien hat Regierungschef Youssef Chahed das Tragen eines Nikab in Behörden und öffentlichen Gebäuden verboten. Die Entscheidung, die religiösen, mit einem Sehschlitz versehenen Ganzkörperverhüllungen zu verbieten, sei aus Sicherheitsgründen gefallen, teilte die Regierungsverwaltung mit. Der von Chahed unterschriebene Regierungserlass verbietet jedwede Gesichtsverschleierung in öffentlichen Gebäuden.

+++ 13.45 Uhr: Anwalt: Sea-Watch-Kapitänin will Salvini wegen Verleumdung verklagen +++

Die Kapitänin der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch will den italienischen Innenminister Matteo Salvini wegen Verleumdung verklagen. “Wir haben bereits eine Klage (gegen Minister Salvini) vorbereitet”, sagte Racketes Anwalt Alessandro Gamberini dem Radio Cusano Campus. Es sei nicht einfach, alle Beleidigungen, die Salvini in diesen Wochen gemacht habe, zu sammeln. Salvini habe nicht nur Beleidigungen ausgesprochen, sondern auch zu strafbaren Handlungen angestiftet. Das sei noch schwerwiegender, wenn es ein Innenminister tue, sagte Gamberini. 

+++ 13.44 Uhr: 17-Jähriger nach Mord an Mädchen zu zehn Jahren Haft verurteilt +++

Ein 17-Jähriger ist vom Landgericht Bonn wegen versuchter Vergewaltigung und Mordes zur Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte eine 17-Jährige in Sankt Augustin getötet hat und entsprach mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Deutsch-Kenianer hat die gleichaltrige Schülerin laut Anklage in der Nacht zum 1. Dezember 2018 in seinem Zimmer in der Obdachlosenunterkunft vergewaltigt und erstickt. Die 17-Jährige hatte der Mann tags zuvor in Bonn kennengelernt. In der Nacht begleitete sie ihn in seine Unterkunft, nachdem sie den letzten Zug nach Hause verpasst hatte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 13.40 Uhr: Rettungsschiff “Alan Kurdi” nimmt 65 Bootsflüchtlinge an Bord +++ 

Das Schiff “Alan Kurdi” der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye hat nach eigenen Angaben 65 Menschen geborgen, die an Bord eines überladenen Schlauchbootes über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollten. Das Schlauchboot sei vor der libyschen Küste in internationalen Gewässern entdeckt worden, teilte Sea-Eye mit. Es war demnach manövrierfähig und mit ausreichend Treibstoff versorgt, hatte aber weder ein GPS-fähiges Telefon noch andere Navigatonshilfen an Bord.      

Laut Sea-Eye versuchten die Bootsinsassen zunächst, der “Alan Kurdi” zu entkommen. Offenbar hätten sie befürchtet, dass es sich um ein Schiff der libyschen Küstenwache handelte. Nach Angaben eines Geretteten befand sich das Schlauchboot bereits seit mehr als zwölf Stunden auf dem Meer, als es gesichtet wurde.     

+++ 13.35 Uhr: Bericht: Produktionsvorstand Zipse soll neuer BMW-Chef werden +++

Nach dem Rückzug von BMW-Chef Harald Krüger von der Spitze des Autobauers soll laut der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” Produktionsvorstand Oliver Zipse neuer Vorstandsvorsitzender werden. Der 55-Jährige könnte schon in der kommenden Aufsichtsratssitzung am 18. Juli ernannt werden, wie die Zeitung am Freitag unter Berufung auf Konzernkreise berichtete. Zipse war im Mai 2015 in den Vorstand des Konzerns berufen worden und folgte damals Krüger auf dem Posten des Produktionsvorstands.

+++ 13.34 Uhr: 17-Jähriger nach Mord an Mädchen zu zehn Jahren Haft verurteilt +++

Ein 17-Jähriger ist vom Landgericht Bonn wegen versuchter Vergewaltigung und Mordes zur Jugend-Höchststrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Verurteilte eine 17-Jährige in Sankt Augustin getötet hat und entsprach mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Der Deutsch-Kenianer hat die gleichaltrige Schülerin laut Anklage in der Nacht zum 1. Dezember 2018 in seinem Zimmer in der Obdachlosenunterkunft vergewaltigt und erstickt. Die 17-Jährige hatte der Mann tags zuvor in Bonn kennengelernt. In der Nacht begleitete sie ihn in seine Unterkunft, nachdem sie den letzten Zug nach Hause verpasst hatte. Das Urteil vom Freitag ist noch nicht rechtskräftig.

+++ 13.30 Uhr: Bericht: Bei Wechsel von der Leyens soll Frau im Kabinett aufrücken +++

Für die CDU soll laut “Spiegel” eine weitere Frau als Ministerin ins Kabinett aufrücken, falls Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen am 16. Juli zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt wird. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, sind sowohl Bundeskanzlerin Angela Merkel als auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer entschlossen, am derzeitigen Frauenanteil für die Ministerposten festzuhalten. Am Kabinettstisch sitzen zurzeit neun Männer und sieben Frauen.  

Auch wenn mit von der Leyen eine CDU-Frau auf einen der mächtigsten Posten der Europäischen Union gelangen würde, ändere dies nichts am Geschlechterverhältnis in der deutschen Regierung; das Brüsseler und Berliner Personal werde getrennt gezählt, heißt es laut “Spiegel” aus Kanzleramt und Parteizentrale. Kramp-Karrenbauer hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie derzeit nicht ins Kabinett wechseln möchte.

+++ 13.15 Uhr: EU-Kandidatin von der Leyen setzt Arbeit als Ministerin vorerst fort +++

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wird ihr Berliner Regierungsamt nach der Nominierung als künftige EU-Kommissionspräsidentin vorerst fortsetzen. “Die Ministerin wird weiterhin ihre Aufgaben als Verteidigungsministerin vollumfänglich wahrnehmen. Das macht sie zur Zeit”, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Berlin. Zwischen beiden Rollen gebe es aber eine Trennung.

“Auf der einen Seite bleibt die Ministerin die Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt”, sagte er dazu. Dabei werde sie aus dem Verteidigungsministerium unterstützt. Wie bei einem Urlaub würden in einigen Fällen Staatssekretäre Aufgaben im politischen Raum sowie im eigenen Haus wahrnehmen.

Ursula von der Leyen und der noch amtierende EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker

+++ 13.11 Uhr: Prozess gegen “König von Deutschland” dauert an +++

Im Prozess vor dem Landgericht Hof gegen den selbst ernannten “König von Deutschland” wegen Fahrens ohne Führerschein war noch kein Ende absehbar. “Wann ein Urteil erfolgt, ist ungewiss”, sagte ein Gerichtssprecher in der bayerischen Stadt. Bisher war am dritten und zunächst letzten Verhandlungstag ein Richterspruch erwartet worden. 

In dem Verfahren muss sich ein 53-Jähriger verantworten. Er hatte im Jahr 2012 seinen Führerschein zurückgegeben, weil er die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland nicht anerkennt. Stattdessen war er mit einem selbst gebastelten Führerschein des von ihm erdachten “Königreichs Deutschland” gefahren. Der Verfassungsschutz rechnet den Mann der sogenannten Reichsbürgerbewegung zu – er bestreitet dies.

+++ 12.44 Uhr: Justiz ermittelt nach Aussagen von Pegida-Demonstranten über Lübcke +++

Nach den rechtfertigenden Äußerungen von Teilnehmern einer Pegida-Demonstration über die Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat sich die Justiz eingeschaltet. Es seien Verfahren gegen Unbekannt wegen der Belohnung und Billigung von Straftaten eingeleitet worden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Dresden, Lorenz Haase. Es werde aber auch geprüft, ob weitere Straftatbestände wie Volksverhetzung hinzukämen. Ob Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft eingegangen seien, könne er derzeit noch nicht sagen. Auch der “Tagesspiegel” hatte über die Schritte der Justiz berichtet. 

Reporter des ARD-Magazins “Kontraste” hatten am Rande einer Kundgebung des fremdenfeindlichen Pegida-Bündnisses am Montag in Dresden Teilnehmer nach ihrer Ansicht zum Mord an Lübcke gefragt. Der Beitrag war am Donnerstagabend ausgestrahlt worden. Im Vergleich zur linksextremen Gefahr sei ein Mord, “alle zwei, drei Jahre, aus irgendwelchen Hass-Gründen, relativ normal” lautete die Antwort eines Befragten. Ein anderer sagte auf die Frage, ob Mord eine menschliche Reaktion sei: “Ja, wie es in den Wald hinein gerufen wird, so schallt’s wieder raus.”

+++ 12.24 Uhr: NRW-Regierungschef Laschet erhält Orden wider den tierischen Ernst +++

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet erhält den Aachener Karnevalsorden wider den tierischen Ernst. Die närrische Auszeichnung wird dem CDU-Politiker am 8. Februar 2020 verliehen. “Niemand verkörpert die Kriterien für die Ritterwürde – Humor und Menschlichkeit im Amt – besser als unser Landesvater”, sagte der Präsident des Aachener Karnevalsvereins, Werner Pfeil, laut Mitteilung. 

Mit Laschet wird 70 Jahre nach der ersten Verleihung des Ordens im Jahr 1950 erstmals ein gebürtiger Aachener ausgezeichnet. Der Rheinländer gilt als überzeugter Karnevalist und ist bereits dreimal bei Festsitzungen des Vereins aufgetreten. Mit der Verleihung im Februar folgt dann der symbolische Ritterschlag.

+++ 12.10 Uhr: BMW-Chef Krüger hört 2020 auf +++

BMW-Chef Harald Krüger hat seinen Rückzug von der Spitze des Autobauers angekündigt. Er wolle sich “beruflich neu orientieren”, erklärte Krüger. Nach Unternehmensangaben will sich der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung am 18. Juli mit der Nachfolge befassen, bis zu einer Entscheidung bleibe der Vorstandschef im Amt.

+++ 11.41 Uhr: Datenträger bei Durchsuchungen auf Campingplatz in Lügde entdeckt +++

Im Missbrauchsfall von Lügde haben die Ermittler bei ihren Durchsuchungen mehrere Datenträger auf der Campingplatz-Parzelle des neuen Tatverdächtigen gefunden. Bei dem 57-Jährigen seien zahlreiche Gegenstände sichergestellt worden, die als Beweismittel in Frage kommen könnten, teilten die Staatsanwaltschaft Detmold und die Polizei in Bielefeld mit. 

Die Parzelle auf dem Campingplatz bei Detmold an der Grenze zu Niedersachsen war am Mittwoch und Donnerstag durchsucht worden. Was genau gefunden wurde, sagten die Ermittler zunächst nicht. Der “Tatort” sei nach Abschluss der Aktion am Donnerstagabend wieder freigegeben, hieß es. Der 57-Jährige aus Steinheim bei Höxter befinde sich auch weiter auf freiem Fuß, die Ermittlungen gegen ihn wegen schweren sexuellen Missbrauchs dauerten an.

+++ 11.20 Uhr: Spahn will mindestens 14 Euro Stundenlohn für Pflegekräfte +++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Pflegekräfte eine Bezahlung deutlich über dem aktuellen gesetzlichen Mindestlohn erreichen. Dem ARD-Hauptstadtstudio sagte der CDU-Politiker zur Höhe eines Mindestlohns in der Pflege: “Gute 14 Euro – und das ist immer noch wirklich ein Mindestlohn.” Spahn wies darauf hin, dass dies für viele Beschäftigte in der Pflege eine erhebliche finanzielle Verbesserung wäre: “Gerade in der Altenpflege verdienen Zigtausende zum Teil deutlich weniger als diese 2500 Euro.”

Der Mindestlohn für Hilfskräfte in der Altenpflege liegt derzeit bei 11,05 Euro pro Stunde im Westen und in Berlin, im Osten sind es 10,55 Euro. Examinierte Pflegefachkräfte verdienen nach Arbeitgeberangaben deutlich mehr. Der allgemeine gesetzliche Mindestlohn beträgt derzeit 9,19 Euro in der Stunde.

+++ 10.34 Uhr: Früherer stern-Chefredakteur Michael Jürgs gestorben  +++

Der Publizist und frühere stern-Chefredakteur Michael Jürgs ist tot. Er starb in der Nacht zu Freitag in Hamburg im Alter von 74 Jahren, wie seine Ehefrau der Deutschen Presse-Agenur bestätigte.

Mehr in Kürze.

+++ 9.55 Uhr: Fünf Jahre Haft für deutsche IS-Heimkehrerin +++

Wegen Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat hat das Stuttgarter Oberlandesgericht am Freitag eine 32 Jahre alte Deutsche zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Frau hatte von Ende 2013 bis August 2017 in Syrien und im Irak gelebt. Mitte 2018 wurde sie nach der Rückkehr aus dem Kriegsgebiet in Baden-Baden festgenommen. Die Bundesanwaltschaft hatte sechs Jahre Gefängnis beantragt, der Anwalt der Frau drei Jahre Haft.

Im Laufe des Verfahrens hatte sich die Angeklagte von der Terrororganisation losgesagt. Nach Darstellung der Bundesanwaltschaft hatte sie kurz nach ihrer Ankunft in Syrien einen ihr bis dahin unbekannten IS-Kämpfer geheiratet. Mit ihm lebte sie dann zusammen und führte auch den Haushalt. Der Anklage zufolge pries Sabine S. in mehreren Internetblogs das Leben beim IS an. Ziel sei es gewesen, möglichst viele Leute zur Ausreise in das Krisengebiet zu gewinnen. Ihr Mann kam später bei Kampfhandlungen ums Leben.

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+++ 9.35 Uhr: Landrat: Letztes evakuiertes Dorf bei Lübtheen bald wieder frei +++

Für die Bewohner des einzigen noch evakuierten Dorfes im Waldbrandgebiet in Südwestmecklenburg gibt es Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. Der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim und Chef des Einsatzstabes, Stefan Sternberg (SPD), sagte, er hoffe, den Bewohnern vom Ort Alt Jabel am Abend sagen zu können, dass sie wieder nach Hause dürften. Bis zum Morgen war es der Feuerwehr gelungen, Brände und Glutnester um Alt Jabel auf 500 Meter zurückzudrängen. Für eine Aufhebung der Evakuierung müssten es 1000 Meter sein. Das soll im Laufe des Tages nach Angaben des Landrats erreicht werden. Als großen Erfolg bezeichnete er es, dass es im Brandgebiet kein Feuer mehr gebe, das sich ausbreitet. “Das ist ein wirklich großer Erfolg.”

+++ 9.16 Uhr: Schweizer Soldaten nach Massenerkrankung auf dem Weg der Besserung +++

Nach der plötzlichen Massenerkrankung von mehreren Dutzend Schweizer Soldaten haben Inspektoren für Lebensmittelhygiene Untersuchungen aufgenommen. Woran die rund 50 Männer am Donnerstagabend plötzlich erkrankten, war noch unklar, wie ein Sprecher der Armee sagte. 50 Männer mussten wegen heftiger Übelkeit, Erbrechen und Durchfall behandelt werden. Die meisten waren am Freitag bereits aus den Spitälern entlassen worden. Die Armee hob die Quarantäne, die sie über das Gelände der betroffenen Kaserne verhängt hatte, wieder auf. Die Kaserne befindet sich in Jassbach knapp 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bern.

+++ 8.43 Uhr: Deutsche Industrie erhält weniger Aufträge +++

Die deutsche Industrie hat im Mai weniger Aufträge erhalten als erwartet. Es seien 2,2 Prozent weniger Bestellungen als im Vormonat eingegangen, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Analysten hatten im Mittel nur einen leichten Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Die Entwicklung im Vormonat fiel dagegen etwas besser aus als bislang bekannt. Anstatt eines Zuwachses um 0,3 Prozent erhöhten sich die Aufträge im April um 0,4 Prozent.

+++ 8.02 Uhr: Meuthen: Haben keine Veranlassung von der Leyen zu wählen +++

AfD-Chef Jörg Meuthen hat bekräftigt, dass seine Partei Ursula von der Leyen nicht bei der Wahl zur Präsidentin der EU-Kommission unterstützen werde. “Wir haben keine Veranlassung, Frau von der Leyen zu wählen”, sagte der Europaabgeordnete im ZDF-“Morgenmagazin”. “Was sich hier vollzogen hat, ist im Kern eine Wählertäuschung.” 

Man habe den Menschen im Wahlkampf erzählt, sie hätten hier eine echte Wahl auch des Kommissionspräsidenten. Dass nun statt der beiden Spitzenkandidaten Manfred Weber und Frans Timmermans von der Leyen nominiert wurde, sei “mit demokratischem Verständnis eigentlich nicht mehr zu rechtfertigen”. Meuthen machte aber auch klar, dass Weber und Timmermans nicht die Stimmen der AfD bekommen hätten. “Wirklich konservative Kandidaten würden wir durchaus wählen.”

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+++ 7.52 Uhr: Tote bei Hubschrauberabsturz auf Bahamas – Milliardär unter Opfern +++

Ein Hubschrauber mit sieben Menschen an Bord ist vor den Bahamas verunglückt. Alle Insassen seien bei dem Absturz in den Atlantik ums Leben gekommen, berichteten US-Medien am Donnerstag (Ortszeit) unter Berufung auf die Polizei der Bahamas. Unter den Opfern befinde sich auch der US-Milliardär Chris Cline, der durch Kohleförderung zu Reichtum gelangt war, sowie dessen Tochter. Nach Polizeiangaben war der Helikopter auf dem Weg von der Insel Big Grand Cay nach Fort Lauderdale im US-Bundesstaat Florida. Die Absturzursache war zunächst noch unklar.

+++ 7.02 Uhr: Grüne wollen Statistik über verfassungsfeindliche Verstöße von Polizisten +++

Die Grünen fordern von den Innenministern von Bund und Ländern Maßnahmen gegen rechtsextremistische Tendenzen in der Polizei. Spätestens bis zur nächsten Innenministerkonferenz am 4. Dezember solle ein Konzept vorgelegt werden, “um Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung in unseren Polizeibehörden zu begegnen”, heißt es in einer Erklärung von Grünen-Innenpolitikern, die dem “Handelsblatt” vorliegt.    

Konkret verlangen die Grünen etwa, verfassungsfeindliche Verstöße innerhalb der Polizei künftig stärker in den Fokus zu nehmen. “Verstöße, wie zum Beispiel menschenfeindliche Äußerungen in Chatgruppen, das Tragen extremistischer Abzeichen an der Uniform oder Hetze gegen Geflüchtete gegenüber Kolleginnen und Kollegen sollten deshalb kontinuierlich erfasst und dokumentiert werden.”

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+++ 6.18 Uhr: Umfrage: Große Mehrheit für Legalisierung von aktiver Sterbehilfe +++

Rund zwei Drittel der Menschen in Deutschland würden einer Umfrage nach eine Legalisierung der aktiven Sterbehilfe befürworten. 67 Prozent der Befragten sprachen sich in der repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts YouGov dafür aus, 17 Prozent waren dagegen. Der Rest antwortete mit “weiß nicht” oder machte keine Angabe.

Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland nicht erlaubt. Wer jemanden auf dessen Wunsch tötet, wird mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft. Passive Sterbehilfe durch das Abschalten von Apparaten sowie indirekte Sterbehilfe, bei der starke Medikamente Schmerzen lindern und als Nebenwirkung das Sterben beschleunigen, sind zulässig.

+++ 5.09 Uhr: Empörung über Predigt zu Missbrauch und Vergebung +++

Mit einer Predigt über Vergebung auch für Priester, die Minderjährige sexuell missbraucht haben, soll ein emeritierter Pfarrer in Münster zahlreiche Gottesdienstbesucher empört haben. Während der Ausführungen des 79-Jährigen hätten zunächst ein Teil des Chores, später rund 70 Gottesdienstteilnehmer unter lautem Protest die Münsteraner Kirche Heilig Geist verlassen, berichtet das Internetportal “Kirche-und-Leben.de”. Einige Gottesdienstbesucher hätten die Predigt unterbrochen. Im Altarbereich sei es laut und hektisch geworden. Der Pfarrer habe seine Predigt dann nicht zu Ende geführt.

+++ 5.04 Uhr: Jeder Siebte in Deutschland zu arm für eine Urlaubsreise +++

Millionen Bundesbürger können es sich nicht leisten, in den Urlaub zu fahren. Etwa jeder Siebte konnte im vergangenen Jahr nicht einmal eine Woche weg von zuhause bezahlen, wie aus Daten des Europäischen Statistikamts Eurostat hervorgeht. Allerdings ist der Anteil in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken. In vielen Ländern Europas sieht es zudem noch schlechter aus.

In Deutschland sind besonders Alleinerziehende betroffen. “Man muss sich das vor Augen führen: Ein Drittel aller alleinerziehenden Eltern ist nicht in der Lage, seinen Kindern einen Urlaub zu ermöglichen”, sagte Linken-Chef Bernd Riexinger. Auch mehr als jeder fünfte Rentner kann nicht reisen. “Ein inakzeptabler Zustand, für Jung und Alt”, sagte Riexinger.

+++ 2.55 Uhr: Rios Ex-Gouverneur räumt Stimmenkauf bei Olympia-Bewerbung ein +++

Der frühere Gouverneur von Rio de Janeiro hat erstmals die Zahlung von Schmiergeldern bei der Bewerbung der Millionenmetropole um die Olympischen Sommerspiele 2016 eingeräumt. Er habe für zwei Millionen US-Dollar Stimmen gekauft, um die Spiele für Rio zu sichern, sagte Sérgio Cabral bei einer Gerichtsanhörung. Der damalige Präsident Luiz Inácio Lula da Silva sei in die Bestechung nicht direkt verwickelt gewesen, habe aber davon gewusst.

Gemeinsam mit dem Olympia-Organisationschef Carlos Arthur Nuzman und dem brasilianischen Unternehmer Arthur Cesar Soares de Menezes Filho habe er vor der entscheidenden Abstimmung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) 2009 die Stimmen mehrerer IOC-Mitglieder gekauft, sagte Cabral. Der langjährige Chef des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF und IOC-Mitglied Lamine Diack sowie dessen Sohn hätten dabei geholfen.

+++ 2.09 Uhr: Vermittler: Armee und Demonstranten im Sudan einigen sich auf Übergangsregierung +++

Im Sudan haben sich der regierende Militärrat und die Anführer der Protestbewegung auf Bedingungen für eine gemeinsame Übergangsregierung geeinigt. Die Generäle und die Allianz für die Freiheit und den Wechsel (ALC) hätten sich auf einen “obersten Rat” unter “wechselnder” Führung während einer dreijährigen Übergangszeit geeinigt, sagte der Vermittler der Afrikanischen Union, Mohamed El-Hacen Lebatt, auf einer Pressekonferenz.

+++ 2.07 Uhr: Trump nutzt Unabhängigkeitstag für militärische Machtdemonstration +++

US-Präsident Donald Trump hat die Feiern zum Unabhängigkeitstag in Washington für eine umstrittene militärische Machtdemonstration genutzt und die Nation zur Einheit aufgerufen. Trump trat am Abend auf einer von zwei Panzern flankierten Bühne am Lincoln Memorial in der US-Hauptstadt auf. “Mit dieser sehr besonderen Ehrenbezeugung für Amerika kommen wir heute als eine Nation zusammen”, sagte er. “Wir feiern unsere Geschichte, unser Volk und die Helden, die stolz unsere Flagge verteidigen – die tapferen Männer und Frauen des Militärs der Vereinigten Staaten.”

Trump sprach hinter schusssicherem Glas vor Zehntausenden Menschen auf der National Mall im Zentrum von Washington. Kritiker warfen ihm vor, die Feierlichkeiten zu politisieren und zu militarisieren.

+++ 1.05 Uhr: Über ein Drittel der Gewerbegebiete ohne schnelles Internet +++

Rund ein Drittel der Gewerbegebiete in Deutschland hat einem Medienbericht zufolge keinen Anschluss an schnelles Internet. Das gehe aus der Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP hervor, schreibt die “Neue Osnabrücker Zeitung”. Demnach gelten von bundesweit 62 074 Gewerbegebieten 21 745 und damit 35 Prozent als unterversorgt. Die maximale Internetgeschwindigkeit ist hier schlechter als 50 Mbit/s. Besonders betroffen seien Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo jeweils etwa 57 Prozent der Gewerbegebiete als unterversorgt gelten.

+++ 0.49 Uhr: Deutsche auf Mallorca der Gruppenvergewaltigung beschuldigt +++

Vier Urlauber aus Deutschland werden auf Mallorca der Gruppenvergewaltigung beziehungsweise der Verschleierung und Beihilfe beschuldigt. Die Männer wurden auf dem Flughafen von Palma de Mallorca festgenommen, bevor sie für den Rückflug nach Deutschland einchecken konnten. Die Festgenommenen seien von einer 18 Jahre alten Deutschen angezeigt worden. Die junge Frau habe ausgesagt, sie sei auf einem Zimmer im Hotel der Gruppe im Badeort Cala Rajada von zweien der Männer im Beisein der zwei anderen vergewaltigt worden, schreiben die Zeitungen “Diario de Mallorca” und “Ultima Hora”.

+++ 0.41 Uhr: Schwerstes Erdbeben seit 20 Jahren erschüttert Südkalifornien +++

Ein Erdbeben der Stärke 6,4 hat den Süden des US-Bundesstaats Kalifornien erschüttert. Das teilte die US-Erdbebenwarte USGS mit. Das Epizentrum des Bebens befand sich in einer Tiefe von 8,7 Kilometern unter der Wüstenregion Searles Valley im Bezirk San Bernardino. Die Erschütterung konnte noch im gut 250 Kilometer entfernten Los Angeles und sogar in Las Vegas im Nachbarstaat Nevada gespürt werden.

Kalifornien: Stärkstes Erdbeben seit zwei Jahrzehnten – Augenzeuge: "Mein Bett hat gewackelt"

Wie die “Los Angeles Times” berichtete, handelte es sich um das schwerste Erdbeben in Südkalifornien seit 1999. Ersten Berichten zufolge gab es keine Verletzten oder Tote. Die Feuerwehr von San Bernardino erklärte, Straßen und Gebäude seien beschädigt worden. Örtliche Behörden warnten vor möglichen Nachbeben.    

Das Epizentrum befand sich in unmittelbarer Nähe zu einem 445.000 Hektar großen Bomben-Testgelände der US-Marine mit Namen China Lake. Es habe “erhebliche Schäden” auf der Anlage gegeben, darunter Brände und den Austritt gefährlicher Substanzen, erklärte ein Vertreter der Einrichtung.

Erdbeben in Kalifornien

Die Kleinstadt Ridgecrest nahe dem Death-Valley-Nationalpark wurde am stärksten erschüttert. In Geschäften stürzten Regale ein, Häuser wurden beschädigt, einige Straßen zeigen Risse auf

+++ 0.00 Uhr: 43 Schweizer Soldaten plötzlich erkrankt – vier kritisch +++

Mehr als 40 Soldaten sind in einer Schweizer Rekrutenschule plötzlich erkrankt. Die Männer litten unter “massivem Unwohlsein”, teilweise mit heftigem Erbrechen und Durchfall, erklärte die Armee. Vier der Rekruten seien in kritischem Zustand, sagte Armeesprecher Daniel Reist. 

Die Beschwerden seien am späten Nachmittag bei mindestens 43 Männern aufgetreten. “Von welcher Erkrankung sie betroffen sind, wird abgeklärt”, sagte Reist. Die Kaserne befindet sich in Jassbach knapp 40 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Bern. Als Vorsichtsmaßnahme wurde das Gelände unter Quarantäne gestellt.

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