News am Wochenende: Blutigster Protesttag: Mindestens 18 Tote in Myanmar

Inhaltsverzeichnis

47 Aktivisten in Hongkong angeklagt +++ Männer in Schweden in Eis eingebrochen und ertrunken +++ Mindestens elf Menschen auf Party in Mexiko erschossen +++ Die News vom Wochenende im stern-Ticker.

Aktuelle Top-Meldung: 

Blutigster Protesttag: Mindestens 18 Tote in Myanmar

In Myanmar sind bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 Personen verletzt worden. Dies gaben die Vereinten Nationen in einer Mitteilung am Sonntag bekannt. Es ist der tödlichste Tag, seit das Militär sich Anfang Feburar an die Macht geputscht hat. Nach Angaben der UN schossen Sicherheitskräfte in den beiden größten Städten Rangun und Mandalay sowie in Dawei, Bag, Myeik und Pokokkuo mit scharfer Munition auf Menschenmassen.

Am 1. Februar hatte das Militär in Myanmar gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November mit klarem Vorsprung gewonnen. Seit dem Umsturz hat es immer wieder Massenproteste in Myanmar gegeben. Die Demonstranten fordern die Freilassung der festgesetzten Regierungschefin und die Wiedereinsetzung ihrer zivilen Regierung. Das Militär hat zuletzt mit zunehmender Härte gegen die Widerstandsbewegung durchgegriffen.

Hinweis der Redaktion: Die Nachrichtenagentur AFP berichtete zuvor, dass mindestens sechs Menschen von Sicherheitskräften erschossen wurden. Sehen Sie dazu den Eintrag von 15.09 Uhr. 

+++ Die aktuellen Meldungen zur Coronavirus-Pandemie lesen Sie hier. +++

Die weiteren Nachrichten des Tages im stern-Nachrichtenticker: 

+++ 20.17 Uhr: Teheran: Kein geeigneter Zeitpunkt für Treffen zu Atomabkommen +++

Teheran hat dem EU-Vorschlag für ein informelles Treffen zur Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran vorerst eine Absage erteilt. “Angesichts der jüngsten Positionen und Handlungen der USA” sowie der drei an dem Abkommen beteiligten europäischen Staaten Deutschland, Frankreich und Großbritannien halte die Regierung “die Zeit nicht für geeignet, das vom europäischen Koordinator vorgeschlagene informelle Treffen abzuhalten”, erklärte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Said Chatibsadeh.

+++ 19.33 Uhr: Unicef: Drei Kinder sterben bei Feuer in syrischem Flüchtlingslager +++

Bei einem Feuer in einem Flüchtlingslager im Nordosten Syriens sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef mindestens drei Kinder ums Leben gekommen. Weitere 15 seien bei dem Brand im Lager Al-Hol am Samstagabend verletzt worden, teilte der Unicef-Regionaldirektor für den Nahen Osten, Ted Chaiban, am Sonntag mit.

Das Lager Al-Hol liegt in einer Region, die von Syriens Kurden kontrolliert wird. Es ist nach UN-Angaben mit mehr als 60.000 Menschen das größte Flüchtlingslager in dem Bürgerkriegsland. Mehr als 80 Prozent der Bewohner sind Frauen und Kinder. Dort leben auch Tausende Anhänger oder ehemalige Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), darunter auch deutsche Staatsangehörige. Hilfsorganisationen beklagen schon seit langem menschenunwürdige Zustände in dem völlig überfüllten Lager. 

+++ 19.03 Uhr: Polizei in Thailand setzt Gummigeschosse und Tränengas gegen Demonstranten ein +++

Erstmals seit Monaten sind Polizisten in Bangkok wieder mit Gummigeschossen, Tränengas und Wasserwerfern gegen Demonstranten der thailändischen Demokratiebewegung vorgegangen. Rund 2000 Menschen demonstrierten vor einer Militärkaserne, in der Ministerpräsident Prayut Chan-O-Cha lebt. Als hunderte Demonstranten versuchten, eine Absperrung um die Kaserne zu überwinden, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Ein AFP-Reporter bestätigte den Einsatz von Gummigeschossen. Einige Demonstranten warfen Flaschen und Steine auf die Beamten. 

Nach Angaben von Gesundheitspersonal wurden mindestens 16 Demonstranten verletzt. Mindestens zwei Teilnehmer wurden einem Live-Stream beim Onlinedienst Facebook zufolge festgenommen. Die Polizei bestätigte die Angaben zunächst nicht. 

Seit Monaten gehen vor allem junge Menschen auf die Straße. Sie fordern den Rücktritt des früheren und derzeitigen Regierungschefs Prayut, der mit dem Militärputsch 2014 an die Macht gekommen war.

+++ 18.43 Uhr: Tod beim Rodeln – 18-Jährige stirbt nach Sturz in Österreich +++

Eine 18-Jährige ist in Österreich beim Rodeln ums Leben gekommen. Wie die Polizei mitteilte, geriet die junge Frau am Sonntag in Schladming von der Rodelbahn auf eine eisige, steile Skipiste. Dort wurde sie so schnell, dass sie über den Pistenrand fuhr, nach etwa zwölf Metern auf einen Baumstumpf krachte und einige Meter die Böschung hinabrutschte. Der 45 Jahre alte Vater, der seinen Schlitten noch unter Kontrolle gebracht hatte, eilte seiner Tochter vergeblich zu Hilfe. Der Notarzt eines Rettungshubschraubers konnte nur noch den Tod der 18-Jährigen feststellen. Bei dem Rodel-Ausflug wurde auch der 16-jährige Bruder der tödlich Verunglückten durch einen Sturz verletzt. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht. 

+++ 17.40 Uhr: Rund 3000 Schweine sterben bei Brand in Mastanlage – Millionenschaden +++

Ein Brand in einer Schweinemastanlage in Mecklenburg-Vorpommern hat einen Millionenschaden verursacht und rund 3000 Tieren das Leben gekostet. In Kobrow in der Nähe von Schwerin brannte eines von drei Stallgebäuden bis auf die Grundmauern nieder, wie die Polizei in Rostock mitteilte. Ein Drittel der dort gehaltenen 9000 Schweine verendete in den Flammen. Der entstandene Sachschaden wird auf mindestens drei Millionen Euro geschätzt. An der Brandbekämpfung seien etwa 110 Feuerwehrleute mit 20 Einsatzfahrzeugen beteiligt gewesen.

+++ 17.21 Uhr: Hunderte Menschen bei Trauermarsch für getöteten 13-Jährigen +++

Hunderte Menschen haben am Sonntag an einem Trauermarsch für den getöteten 13-jährigen Jungen in Sinsheim teilgenommen. Rund 900 Menschen kamen zu der Versammlung in den Ort bei Heidelberg, wie ein Sprecher der Polizei Mannheim sagte. Die örtlichen Behörden hatten den Trauermarsch als Kundgebung aufgefasst und Auflagen wie Abstandsregeln und eine Maskenpflicht gemacht. Die Veranstaltung sei ruhig und ohne Zwischenfälle verlaufen.

Der 13-Jährige war mutmaßlich nach einer Messerattacke durch einen 14-Jährigen am Mittwoch gestorben. Hinter der Tat des Älteren sollen Eifersuchtsstreitigkeiten um ein 12-jähriges Mädchen stehen. Der 14-Jährige bestreitet die Tat. 

+++ 16.44 Uhr: Schweden erinnert an Mord an Olof Palme vor 35 Jahren +++

Schweden hat seines vor 35 Jahren ermordeten Regierungschefs Olof Palme gedacht. Obwohl der Mord nun bereits dreieinhalb Jahrzehnte her sei, lebe eine starke Erinnerung an Palme weiter, teilte Ministerpräsident Stefan Löfven am Sonntag auf Facebook mit. 

Der langjährige schwedische Ministerpräsident Olof Palme war am späten Abend des 28. Februars 1986 auf offener Straße in Stockholm erschossen worden, als er mit seiner Frau aus dem Kino gekommen war. Für Sozialdemokraten galt er als international geschätzte und weltoffene Ikone, er war zudem ein enger Verbündeter von Ex-Bundeskanzler Willy Brandt. Für Schweden ist es der größte Kriminalfall seiner Geschichte. Die jahrzehntelangen Ermittlungen waren im Juni 2020 mit der Benennung eines mutmaßlichen Täters offiziell eingestellt worden. Weil dieser Mann schon im Jahr 2000 gestorben war, konnte jedoch keine Anklage gegen ihn erhoben werden. 

+++ 15.31 Uhr: Blutigster Protesttag: Mindestens 18 Tote in Myanmar +++

In Myanmar sind bei landesweiten Protesten gegen den Militärputsch mindestens 18 Menschen getötet und mehr als 30 Personen verletzt worden. Dies gaben die Vereinten Nationen in einer Mitteilung am Sonntag bekannt. Es ist der tödlichste Tag, seit das Militär sich Anfang Feburar an die Macht geputscht hat. Nach Angaben der UN schossen Sicherheitskräfte in den beiden größten Städten Rangun und Mandalay sowie in Dawei, Bag, Myeik und Pokokkuo mit scharfer Munition auf Menschenmassen.

+++ 15.09 Uhr: Sicherheitskräfte in Myanmar erschießen mindestens sechs Demonstranten +++

Am Sonntag sind nach Angaben von Behörden und Rettungskräften mindestens sechs Menschen bei pro-demokratischen Demonstrationen erschossen worden. Bei den Massenprotesten am Wochenende wurden zudem hunderte Menschen festgenommen. In der südlichen Küstenstadt Dawei wurden drei Männer erschossen, als neben Tränengas, Wasserwerfern und Gummigeschossen auch scharfe Munition eingesetzt wurde, wie der Sanitäter Pyae Zaw Hein der Nachrichtenagentur AFP sagte. Mindestens 20 weitere Menschen wurden nach seinen Angaben durch Gummigeschosse verletzt. Das örtliche Medienportal “Dawei Watch” meldete ebenfalls drei Todesopfer. In der Stadt Bago wurden nach Angaben eines Rettungswagenfahrers zwei Jugendliche erschossen. Auch Lokalmedien meldeten den Tod der beiden 18-Jährigen. Ein 23-Jähriger wurde in der Wirtschaftsmetropole Rangun getötet. 

Am 1. Februar hatte in dem südostasiatischen Land das Militär durch einen Putsch die Macht übernommen. Die demokratisch gewählte Regierung von De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi wurde abgesetzt und die Friedensnobelpreisträgerin festgenommen. Seitdem sind hunderttausende Menschen gegen die Armee auf die Straßen gegangen. Am Montag soll eine Anhörung von Suu Kyi vor Gericht stattfinden.

+++ 13.27 Uhr: 48-Jährige kracht mit Auto in Wohnzimmer +++

Bei einem Unfall in Neuffen in Baden-Württemberg ist eine Frau mit ihrem Auto in ein Wohnzimmer gekracht. Wie die Polizei mitteilte, verlor die 48-Jährige am Sonntagvormittag die Kontrolle über ihr Fahrzeug. Sie streifte einen anderen Wagen, überfuhr den Gehweg und krachte ungebremst in eine Hausmauer. Das Auto kam mit der Motorhaube im Wohnzimmer zum Stehen. Die beiden Bewohner hielten sich gerade nicht in dem Zimmer auf und kamen mit dem Schrecken davon. Die Fahrerin wurde leicht verletzt, ihre beiden Mitfahrer blieben unverletzt.

Das Auto wurde von Feuerwehr geborgen und anschließend abgeschleppt. Zudem sicherte die Feuerwehr die Hausmauer. Der Schaden an beiden beteiligten Fahrzeugen beträgt etwa 30.000 Euro, der Schaden an dem Einfamilienhaus liegt zwischen 50.000 und 100.000 Euro.

+++ 13.22 Uhr: Polizei beendet Party mit fast 40 Gästen in Berlin +++

Eine Party mit fast 40 Gästen in einer Drei-Zimmer-Wohnung in Berlin hat am Wochenende die Polizei auf den Plan gerufen. Die Einsatzkräfte trafen in der Nacht zu Sonntag in der 70-Quadratmeter-Wohnung 15 Frauen und 21 Männer im Alter von 19 bis 55 Jahren an, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten überprüften die Personalien aller Gäste und leiteten Ordnungswidrigkeitenanzeigen wegen des Verstoßes gegen die Infektionsschutzmaßnahmenverordnung ein. 

Schließlich mussten die Besucher die Wohnung im Stadtteil Charlottenburg verlassen. Während der polizeilichen Maßnahmen reagierte ein 50-jähriger Gast den Angaben zufolge aggressiv und schubste einen Polizisten aus der Wohnung. Die Beamten nahmen den Mann fest und legten ihm Handfesseln an. Gegen ihn wurde ein Strafverfahren wegen tätlichen Angriffs auf einen Vollstreckungsbeamten eingeleitet.

Die Polizei war wegen Lärmbelästigung gerufen worden und bemerkte im Flur der Wohnung zunächst “etwa ein Dutzend leicht bekleidete Personen”, wie es in der Mitteilung hieß. Mit Unterstützung zusätzlicher Einsatzkräfte leiteten die Beamten dann ihre Maßnahmen ein.

+++ 12.34 Uhr: Frau stirbt in Karlsruhe nach Sturz vom Balkon – Partner unter Verdacht +++

In Karlsruhe ist eine Frau mutmaßlich von einem Balkon gestoßen und dabei tödlich verletzt worden. Die 42-Jährige sei am Samstagabend über die Balkonbrüstung im vierten Obergeschoss eines Hauses gestürzt und trotz Wiederbelebungsversuchen gestorben, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Sonntag mit. Der 40-Jährige Partner der Frau sei wegen Verdachts auf ein Tötungsdelikt festgenommen worden.

Zeugen hatten demnach vor dem tödlichen Vorfall einen lautstarken Streit zwischen dem Mann und der Frau gehört. Der 40-Jährige sollte im Laufe des Sonntags dem Haftrichter vorgeführt werden. Der Leichnam der Frau wird den Angaben zufolge obduziert.

+++ 11.09 Uhr: Mehr als 200 Häftlinge nach Gefängnisausbruch in Haiti auf der Flucht +++

Nach einem gewaltsamen Gefängnisausbruch in Haiti mit 25 Todesopfern sind mehr als 200 Häftlinge weiterhin auf der Flucht. Unter den Todesopfern seien sechs Gefängnisinsassen sowie der Leiter der Haftanstalt, sagte ein Regierungssprecher. Zudem hätten die Ausbrecher auf ihrer Flucht mehrere Zivilisten getötet. 

Insgesamt waren rund 400 Insassen am Donnerstag aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Croix-des-Bouquets nahe der Hauptstadt Port-au-Prince ausgebrochen. Bis Freitag wurde etwa die Hälfte der Ausbrecher wieder festgenommen. Nach den übrigen wurde nach Angaben des Sprechers noch gefahndet: “Manche von ihnen tragen Handschellen, sie werden nicht weit kommen.”

Die  Haftanstalt ist für maximal 872 Häftlinge ausgerichtet. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs waren dort jedoch mit 1542 fast doppelt so viele Insassen untergebracht. 

+++ 10.23 Uhr: 47 Aktivisten in Hongkong angeklagt +++

In Hongkong sind 47 Anhänger der demokratischen Opposition wegen angeblicher Verstöße gegen das umstrittene Sicherheitsgesetz festgenommen und angeklagt worden. Die Angeklagten sollen am Montag unter dem Vorwurf der Staatsgefährdung vor Gericht erscheinen, berichtete die Hongkonger Zeitung “South China Morning Post” am Sonntag.

Es handelt sich um die gleiche Gruppe von Oppositionellen, die bereits im Januar in einer großen Polizeiaktion vorläufig festgenommen und später wieder auf freien Fuß gesetzt worden war. Gegen alle bis auf acht von ihnen sei nun Anklage erhoben worden. Unter den Angeklagten befindet sich der prominente Aktivist Joshua Wong, der bereits im Gefängnis sitzt. Auch der ebenfalls bekannte Aktivist Benny Tai wurde demnach angeklagt.

Der Gruppe wird vorgeworfen, im vergangenen Jahr vor der später wegen der Pandemie abgesagten Wahl zum Legislativrat, dem Hongkonger Parlament, angeblich illegale Vorwahlen abgehalten zu haben.

+++ 7.46 Uhr Hahn tötet bei illegalem Kampf in Indien seinen Besitzer +++

Vor einem illegalen Hahnenkampf in Indien hat eines der Tiere nicht seinen Kontrahenten, sondern seinen Besitzer getötet. Der bereits mit einem Messer am Bein ausgestattete Hahn habe den Mann bei dem Versuch, ihm zu entkommen, derart in der Leistengegend verletzt, dass der Mann verblutet sei, teilte die Polizei im südlichen Bundesstaat Telangana mit.

Demnach ereignete sich das Unglück vor einigen Tagen in dem Dorf Lothunur. Dort waren 16 Menschen zusammengekommen, um den Tieren beim Kämpfen zuzusehen. Nach dem Vorfall seien die Menschen geflohen, nach ihnen werde gefahndet. Der Hahn sei kurzzeitig mit auf die Polizeiwache genommen worden, später dann aber einer Geflügelfarm übergeben worden.

+++ 6.37 Uhr: Wieder zwei Männer in Schweden in Eis eingebrochen und ertrunken +++

Einen Tag nach einem ähnlichen Unglück mit vier Toten sind in Schweden wieder zwei ältere Männer durch das Eis eines vermeintlich zugefrorenen Sees gebrochen und ertrunken. Sie seien etwa 75 und 80 Jahre alt und tot aus dem See Yngaren in der Gemeinde Katrineholm rund 120 Kilometer südwestlich von Stockholm geborgen worden, teilte die schwedische Polizei in der Nacht zum Samstag mit. Zuvor hätten die Behörden einen Notruf erhalten, dass sich zwei Personen auf dem Eis befunden hätten und vermutlich eingebrochen seien. Man gehe von einem Unglück und nicht von einem Verbrechen aus.

Die beiden Männer waren am Freitag Angeln gewesen und von dieser Tour nicht zurückgekehrt. Erst am Donnerstagabend waren vier Männer im Alter von 65 bis 75 Jahren tot aus einem Loch im Eis eines Sees nahe Sävsjö rund 200 Kilometer östlich von Göteborg geborgen worden. Die Todesumstände sind noch unbekannt. Nach Angaben schwedischer Medien waren mindestens zwei dieser Umgekommenen ebenfalls Angler gewesen, die anderen beiden sollen demnach versucht haben, sie aus dem Wasser zu ziehen.

+++ 5.05 Uhr: Mindestens elf Menschen auf Party in Mexiko erschossen +++

Bei einem bewaffneten Angriff auf eine Party in Tonalá im Westen Mexikos sind Behördenangaben zufolge mindestens elf Menschen erschossen worden. “Auf dem Bürgersteig wurden die Leichen von zehn Männern mit Schusswunden gefunden”, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Jalisco, in der Tonalá liegt. Außerdem sei im Haus ein Minderjähriger tot aufgefunden worden, der ebenfalls Schussverletzungen aufwies. Eine Frau und ein Junge wurden demnach verletzt. Die Täter sollen laut der Mitteilung vom Samstagabend (Ortszeit) von einem Pickup aus das Feuer eröffnet haben.

Seit Ende 2006 der sogenannte Drogenkrieg in Mexiko ausbrach, hat die Gewalt in dem Land mit rund 126 Millionen Einwohnern immense Ausmaße erreicht. Derzeit werden fast 100 Morde pro Tag registriert – in Deutschland waren es 2019 insgesamt 245. Zudem gelten in Mexiko mehr als 82 000 Menschen als verschwunden.

Nachrichten von Samstag, 27. Februar 

+++ 20.05 Uhr: Saudi-Arabiens Luftabwehr vereitelt weiteren Angriff über Riad +++

Saudi-Arabiens Luftabwehr hat über der Hauptstadt Riad erneut einen Angriff abgewehrt. Dort sei eine ballistische Rakete der Huthi-Rebellen abgefangen und zerstört worden, teilte das Militärbündnis am Samstagabend mit, das im Jemen gegen die Huthis kämpft. In einem Video, das den Vorfall zeigen soll, ist eine Explosion am Nachthimmel zu sehen. Stunden zuvor hatte das Militärbündnis nach eigenen Angaben auch eine Drohne abgefangen, mit denen die Huthis die Stadt Chamis Muschait im Süden des Landes angegriffen hätten. Zunächst bekannte sich niemand dazu. 

Die schiitischen Huthi-Rebellen werden vom Iran unterstützt, dem Erzrivalen Saudi-Arabiens. Sie greifen vom Nordjemen aus mit Drohnen und Raketen immer wieder in dem Königreich an und hatten ihre Attacken dort in vergangenen Wochen verstärkt.

+++ 19.21 Uhr: Armeniens Präsident verweigert Absetzung von Armeechef +++

Der armenische Präsident Armen Sarkisjan hat die von Regierungschef Nikol Paschinjan geforderte Entlassung des Generalstaabschefs der Armee abgelehnt und die politische Krise im Land weiter befeuert. Die politische Krise könne “nicht durch häufige personelle Wechsel” beigelegt werden. Seit der Unterzeichnung eines von Moskau vermittelten Friedensabkommens mit dem benachbarten Aserbaidschan im November ist das Land in Aufruhr. Das Abkommen zwischen den verfeindeten Nachbarstaaten beendete die mehrwöchigen schweren Kämpfe in der Kaukasusregion Berg-Karabach, hatte für Armenien aber bedeutende Gebietsverluste zur Folge. 

Am Donnerstag lehnte Paschinjan eine Rücktrittsforderung der Armee ab und sprach von einem Putschversuch. Daraufhin ordnete er die Absetzung von Armeechef Onik Gasparjan an. Am Samstag demonstrierten den dritten Tag in Folge tausende Oppositionsanhänger mit armenischen Flaggen vor dem Parlament in Eriwan. Die rund 5000 Demonstranten forderten den Rücktritt Paschinjans. Einige von ihnen bauten Zelte auf. 

+++ 19.08 Uhr: Kalbitz strebt keine Kandidatur für Bundestag an +++

Der aus der AfD ausgeschlossene frühere Brandenburger AfD-Landesvorsitzende Andreas Kalbitz verzichtet auf eine Bewerbung als Kandidat für die Bundestagswahl im September. Er habe sich “nach gründlicher Abwägung dazu entschlossen, eine Bundestagskandidatur nicht zu erwägen”, schrieb Kalbitz am Samstagabend auf Facebook. Er warf Teilen des Bundesvorstandes “Führungsunfähigkeit und Erfolglosigkeit” vor. Die AfD sei deshalb in einer”innerparteilich angespannten und politisch geschwächten Situation”.

Die AfD Oberspreewald-Lausitz will sich am Sonntag zur Aufstellung der Direktkandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis 65 treffen. Der Bundesvorstand der AfD hatte Kalbitz im Mai vergangenen Jahres die Mitgliedschaft in der AfD entzogen, weil er frühere Kontakte ins rechtsextreme Milieu verschwiegen hatte. Das Bundesschiedsgericht bestätigte den Ausschluss. Kalbitz gehörte dem formal inzwischen aufgelösten “Flügel” der Partei an, der vom Verfassungsschutz als rechtsextremistisch eingestuft wird. 

+++ 18.30 Uhr: Gorbatschow ruft Putin und Biden zu atomarer Abrüstung auf +++

Der frühere sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow hat den neuen US-Präsidenten Joe Biden und dessen russischen Kollegen Wladimir Putin zur atomaren Abrüstung aufgerufen. Nach der Verlängerung des atomaren Abrüstungsvertrags New Start Anfang Februar sollten die beiden Staatschefs persönlich über weitere Abrüstungsschritte verhandeln, sagte Gorbatschow in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit der russischen Nachrichtenagentur Interfax. Ein persönliches Treffen von Putin und Biden sei “zwingend erforderlich”.

“Die Erfahrung zeigt, dass es notwendig ist, sich zu treffen und zu verhandeln”, sagte Gorbatschow, der am Dienstag 90 Jahre alt wird. Es sei von zentraler Bedeutung, “einen Atomkrieg zu verhindern”, und dies könne kein Land allein. Der New-Start-Vertrag von 2010 ist das letzte atomare Abrüstungsabkommen zwischen den USA und Russland. Beide Länder verpflichten sich darin, die Zahl ihrer Atomsprengköpfe auf jeweils maximal 1550 zu beschränken.

+++ 16.44 Uhr: Massenprotest in Tunesien – Politische Krise spitzt sich zu +++

Massenhaft Anhänger der stärksten Partei Tunesiens haben sich am Samstag in Tunis zu einem der größten Proteste seit Jahren versammelt. Laut Augenzeugen zogen Tausende Anhänger der islamisch-konservativen Ennahda aus verschiedenen Teilen des Landes durch die Hauptstadt. Sie forderten “nationale Einheit” und “politische Stabilität”, wie die Staatsagentur TAP berichtete. Die Partei hatte für Samstag zum “Marsch zur Verteidigung demokratischer Institutionen” aufgerufen. Die Proteste blieben zunächst friedlich.

Hintergrund des Protests ist eine sich zuspitzende politische Krise in dem kleinen Mittelmeerland. Präsident Kais Saied weigert sich dabei, einer von Ministerpräsident Hichem Mechichi vorgeschlagenen Umbildung des Kabinetts zuzustimmen. Das Parlament hat diese bereits abgesegnet. Der Konflikt lähmt die Regierung, die neben der Corona-Pandemie auch mit einer schweren Wirtschaftskrise ringt.

+++ 13.40 Uhr: Vereinsheim bei Explosion zerstört – Millionenschaden +++

Bei der Explosion eines Vereinsheims in Bayern ist ein Millionenschaden entstanden. Das Gebäude in Kaufbeuren wurde in der Nacht zum Samstag vollständig zerstört, wie die Polizei mitteilte. Es gab keine Verletzten. Die Ursache für die Explosion war zunächst unklar. Durch die Wucht seien Trümmerteile bis zu 200 Meter weit durch die Luft geschleudert worden, sagte ein Polizeisprecher. Eine Fensterfront eines Nachbarhauses wurde eingedrückt, Steine blieben in Häuserfassaden stecken. Statiker prüften, ob die benachbarten Häuser sicher sind. Die Bewohner seien vorübergehend in einem Pfarrheim untergekommen. 

+++ 13.07 Uhr: Libanon lässt Küste nach Ölverschmutzung im Mittelmeer säubern +++

Nach der schweren Ölverschmutzung im Mittelmeer sollen Hunderte Freiwillige bei Säuberung der Küste im Süden des Libanon helfen. Die Arbeiten würden etwa zwei Wochen dauern, sagte der Leiter des Naturreservats in Tyros, Hassan Hamsah, am Samstag. Die Strände der Hafenstadt sind zusammen mit Küstenabschnitten des Nachbarlands Israel besonders von der Ölpest betroffen. In einem ersten Schritt werde Teer von Küsten des Reservats beseitigt, sagte Hamsah. Auch die UN-Beobachtermission Unifil prüft, wie sie helfen kann.

Seit vergangener Woche hatte eine Ölpest vor allem an Israels Stränden schweren Schaden angerichtet. Besonders betroffen war die Tierwelt. Nach Medienberichten waren vor der Küste des Landes Dutzende Tonnen Öl ins Meer gelaufen. Der Grund war zunächst unklar. Experten sprechen von der schlimmsten Umweltkatastrophe seit langem mit Säuberungsarbeiten, die an Israels Stränden Jahre dauern könnten. Dort waren seit vergangenem Wochenende Tausende Helfer im Einsatz.

+++ 12.40 Uhr: Unbekannte verprügeln Obdachlosen in Berlin und zünden sein Zelt an +++ 

In Berlin ist ein Obdachloser von Unbekannten angegriffen und verletzt worden. Der 59-Jährige gab laut Polizei an, er sei am Freitagabend von drei jungen Männern aus seinem Zelt getrieben und anschließend mit Stöcken geschlagen und getreten worden. Daraufhin sei er geflüchtet und habe nach seiner Rückkehr kurze Zeit später sein Zelt in Flammen vorgefunden. “Trotz der Löschversuche alarmierter Kräfte der Feuerwehr brannte das Zelt samt aller Habseligkeiten des 59-Jährigen vollständig nieder”, teilte die Polizei am Samstag weiter mit. Der Vorfall ereignete sich demnach in einem Park im Stadtteil Britz. Ermittelt wird nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung durch Feuer.

+++ 11.49 Uhr: 42 nigerianische Entführungsopfer wieder frei +++

Zehn Tage nach ihrer Entführung aus einer nigerianischen Schule sind die 42 Opfer wieder frei. Die 27 Schüler, ihre Angehörigen sowie die Lehrer des Government Science College im nordwestnigeriaischen Kagara hätten “ihre Freiheit wiedererlangt”, schrieb der Gouverneur des Bundesstaats Niger, Abubakar Sani Bello, am Samstag im Online-Dienst Twitter. Bewaffnete Männer hatten die Sekundarschule in Kagara Mitte Februar angegriffen und einen Schüler getötet. 27 Schüler, drei Lehrer und zwölf Angehörige der Kinder brachten sie in ihre Gewalt. 

Die Freilassung erfolgte einen Tag nachdem im Bundesstaat Zamfara im Nordwesten Nigerias mehr als 300 Schülerinnen entführt worden waren. Nach Polizeiangaben hatten bewaffnete Angreifer das Mädcheninternat Government Girls Science Secondary School von Jangebe überfallen und 317 der Schülerinnen verschleppt. Präsident Muhamadu Buhari verurteilte die Entführung als “unmenschlich und völlig inakzeptabel”. 

+++ 11.46 Uhr: Erneutes Beben jenseits von Stärke 5,0 nahe Reykjavik +++ 

Eine anhaltende Erdbebenserie in der Nähe der isländischen Hauptstadt Reykjavik hat zu einer erneuten schwereren Erschütterung geführt. Eines von Hunderten Beben auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik hatte am Samstagmorgen eine Stärke von rund 5,2, wie die Wetterbehörde Vedurstofa mitteilte. Das war das bislang stärkste seit einer Erschütterung der Stärke 5,7 am Mittwoch. Insgesamt wurden in den vergangenen Tagen mehr als 6000 Erdbeben in dem Gebiet registriert.

Da sich ihre Nordatlantik-Insel auf einer Reihe von Verwerfungslinien befindet, sind Beben dieser Art für die Isländer keine Seltenheit. Die Dauer und Stärke der anhaltenden Erdbebenserie ist jedoch ungewöhnlich. Seismologen vermuten, dass es sich diesmal nicht um eine größere Erschütterung und viele kleinere Nachbeben handelt, sondern möglicherweise um gleich mehrere Haupterdbeben. Schwerer verletzt worden ist bei der aktuellen Serie so weit niemand, größere Schäden sind ebenfalls bislang nicht aufgetreten. 

+++ 10.48 Uhr: Hennig-Wellsow und Wissler zur neuen Linken-Doppelspitze gewählt +++

Die Linke wird künftig von einer weiblichen Doppelspitze geführt: Janine Wissler und Susanne Hennig-Wellsow wurden am Samstag auf einem digitalen Parteitag zu den neuen Vorsitzenden gewählt. Sie treten die Nachfolge von Katja Kipping und Bernd Riexinger an. Das Abstimmungsergebnis muss noch durch eine Briefwahl bestätigt werden.

+++ 10.07 Uhr: Janine Wissler zur neuen Linken-Vorsitzenden gewählt +++

Als erstes Mitglied der neuen Linken-Doppelspitze ist am Samstag Janine Wissler gewählt worden. Die 39-jährige Vorsitzende der hessischen Linken-Fraktion erhielt auf einem digitalen Parteitag 84,2 Prozent der Stimmen. Im Anschluss stellte sich die Thüringer Fraktions- und Landesvorsitzende Susanne Hennig-Wellsow zur Wahl, die mit Wissler zusammen die Linken-Führung übernehmen soll.

+++ 5.05 Uhr: Polizei geht in Yangon gegen Demonstranten vor +++

In Myanmar sind Sicherheitskräfte sind am Samstag erneut gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. In der größten Stadt Rangun feuerte die Polizei an mehreren Orten, an denen sich die Demonstranten zu Kundgebungen gegen die Junta versammelt hatten, Schüsse ab und nahm Teilnehmer fest, wie Augenzeugen in sozialen Netzwerken berichteten. Auch aus anderen Städten wurde ein massives Vorgehen der Sicherheitskräfte gemeldet, die unter anderem Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten einsetzten. Anfang Februar hatte das Militär in Myanmar gegen Regierungschefin Aung San Suu Kyi geputscht. Seit dem Umsturz hatte es immer wieder Massenproteste in Myanmar gegeben. 

+++ 0.16 Uhr: Opferzahl bei Gefängnisausbruch in Haiti auf 25 gestiegen +++

Einen Tag nach einem Massenausbruch aus einem Gefängnis in Haiti sind inzwischen 25 Todesopfer gezählt worden. Darunter waren sechs Häftlinge, wie ein Sprecher der Regierung des Karibikstaates am Freitag bei einer Pressekonferenz mitteilte. Es seien noch 200 Insassen auf der Flucht, 60 weitere seien inzwischen wieder gefasst. Die Identitäten des Großteils der Todesopfer bei dem Ausbruch am Donnerstag waren zunächst unklar. Die Regierung bestätigte allerdings, dass darunter der Direktor des Hochsicherheitsgefängnisses in Croix-des-Bouquets, einem Vorort der Hauptstadt Port-au-Prince, war.

rw DPA AFP

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