Mehr Tempo: Lindner fordert Krisenproduktion von Corona-Impfstoffen

Mehr Tempo Lindner fordert Krisenproduktion von Corona-Impfstoffen

Christian Lindner

«Die Regierung sollte mit der pharmazeutischen Industrie insgesamt prüfen: Wo gibt es noch Kapazitäten, die genutzt werden können für die Produktion eines Impfstoffs?», sagtChristian Lindner. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Am Wochenende hat es auch in Deutschland die ersten Impfungen gegen das Coronavirus gegeben. Bis große Teile der Bevölkerung an der Reihe sind, dauert es noch – zu lange, sagen einige.

FDP-Chef Christian Lindner hat mehr Tempo bei der Impfstoffproduktion in Deutschland gefordert.

«Es ist ein krisenhafter Zustand, da brauchen wir eine Krisenproduktion. Wir sollten alle Voraussetzungen rechtlich, wirtschaftlich, politisch und technologisch treffen, damit schneller geimpft werden kann. Das ist eine Frage von Leben und Tod, eine Frage unserer Freiheit und es ist eine Überlebensfrage auch für unsere Wirtschaft. Denn die ist schon auf der Intensivstation», sagte er am Sonntagabend in der «Bild»-Sendung «Die richtigen Fragen».

Konkret regte Lindner an, darüber nachzudenken, ob ein Impfstoff wie von Biontech nicht von anderen Herstellern in Lizenz produziert werden könnte: «Die Regierung sollte mit der pharmazeutischen Industrie insgesamt prüfen: Wo gibt es noch Kapazitäten, die genutzt werden können für die Produktion eines Impfstoffs?»

Der Linke-Gesundheitspolitiker Achim Kessler sagte dem «Spiegel»: «Der Gesundheitsminister kann nach dem Ersten Bevölkerungsschutzgesetz Unternehmen zwingen, anderen Unternehmen eine Lizenz zum Nachproduzieren zu gewähren.» Das müsse die Bundesregierung jetzt schnell tun. «Wenn die Bundesregierung jetzt nicht alle gesetzlichen Möglichkeiten ausschöpft, gefährdet sie zahllose Menschenleben.»

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hatte vor negativen Folgen durch Lieferengpässe gewarnt. «Endloses Warten reduziert auch die Bereitschaft der Bevölkerung, sich impfen zu lassen», sagte der CSU-Chef der dpa in München. Leider sei noch nicht genügend Impfstoff vorhanden.

dpa

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