Kontakte, Schulen, Kultur: Lockerungen der Corona-Maßnahmen: Was ab heute wieder möglich ist

Kontakte, Schulen, Kultur Lockerungen der Corona-Maßnahmen: Was ab heute wieder möglich ist

Kontakte, Schulen, Kultur: Lockerungen der Corona-Maßnahmen: Was ab heute wieder möglich ist

Einmal Selbsttest bitte. Aldi Nord und Aldi Süd haben am Samstag mit dem Verkauf von Corona-Selbsttests begonnen – und die waren vielerorts bereits am Morgen ausverkauft, wie hier in einer Berliner Filiale. “Ja, ich wollte heute hier bei der Firma die Selbstests kaufen, aber leider ist alles schon weg. Und da ich erst in 10 Tagen geimpft werde, wäre das doch sehr schön, hätte ich noch einen Selbsttest machen können. Aber so ist es nichts.” Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben mit einer starken Nachfragen gerechnet. Weitere Ware werde in den kommenden Woche verfügbar sein, so eine Sprecherin vor dem Verkaufsstart in einem vom Unternehmen herausgegebenen Statement. “Wir werden den Verkauf begrenzen, das heißt, ein Kunde kann auch eine Packung nur erwerben. Das machen wir zum einen, weil wir möchten, dass möglichst viele Kunden von diesem Angebot profitieren. Allerdings befinden sich in einer Packung auch fünf Tests. Und zum anderen bieten wir die Ware zum Selbstkostenpreis an. Das heißt, wir möchten auch hier, dass möglichst zu einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten, um die Pandemie zu bekämpfen.” Aldi Süd und Aldi Nord bieten für die glücklichen ersten Käufer eine Schachtel mit jeweils fünf Selbsttests an, für 24,99 pro Box. “In diesem Fall wussten wir, alle warten darauf. Wir haben auch darauf gewartet, haben frühzeitig Mengen eingekauft, für die keine Zulassung vorgelegen hat. Kurzfristig in dieser Woche haben wir eine Zulassung bekommen und können entsprechend glücklicherweise am Samstag in den Verkauf gehen.” In Deutschland stieg die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut leicht auf 65,6. Der Wert gibt an, wie viele von 100.000 Einwohnern innerhalb einer Woche rechnerisch neu positiv getestet werden. Bund und Länder streben zunächst eine Inzidenz von 50 an. Öffnungen etwa des Einzelhandels werden aber erst in Aussicht gestellt, wenn der Wert 35 erreicht ist.

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In den meisten Bundesländern werden ab heute die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert, mehr Kontakte sind erlaubt und auch zum Shoppen darf man vielerorts wieder gehen. Ein Überblick.

Die Corona-Regeln werden an diesem Montag in vielen Bundesländern gelockert: Mehr Kontakte sind erlaubt, und auch zum Shoppen oder ins Museum darf man vielerorts wieder gehen. Die Neuregelungen gehen auf die Beschlüsse von Bund und Ländern vom vergangenen Mittwoch zurück. Auch die Schulen gleiten so langsam wieder in den Präsenzunterricht – jedoch regional sehr unterschiedlich. Die wichtigsten Änderungen.

Kontakte 

Fünf Menschen aus zwei Haushalten sollen sich den Bund-Länder-Beschlüssen zufolge wieder treffen dürfen. Die Länder setzen diese Regelung auch um, mancherorts gelten die Lockerungen bereits. Sachsen-Anhalt geht sogar über die Vereinbarungen hinaus: Hier dürfen sich die Mitglieder eines Haushalts mit maximal fünf Menschen eines zweiten Hausstands treffen; Kinder unter 14 Jahre werden dabei nicht mitgezählt.

Einkaufen 

Der Einzelhandel darf bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner Termine fürs Shoppen vergeben, bei einer Inzidenz unter 50 dürfen die Läden für eine begrenzte Kundenzahl geöffnet werden. Die Länder setzen diese Vorgabe entweder landesweit oder nach Regionen ausdifferenziert um.

In Berlin (Montag Feiertag), Baden-Württemberg, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Sachsen und Sachsen-Anhalt darf ab Montag mit Termin eingekauft werden, im Saarland flächenabhängig mit mehr Kunden als bisher. Auch in Nordrhein-Westfalen wird Termin-Shopping möglich – offen war dort zuletzt noch, wie mit Regionen mit niedriger Inzidenz verfahren wird.

In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein entscheiden die regionalen Zahlen, ob der Handel in einigen Regionen auf die Terminvergabe verzichten kann. In Thüringen ist die Öffnung des Einzelhandels wegen einer Inzidenz von über 100 vorerst vertagt, ab dem 15. März dürfen aber Baumärkte Terminshopping anbieten.

Kultur 

Ähnliche Regelungen wie beim Einkaufen gelten auch für die Öffnung von Museen oder Galerien. Sie dürfen in den meisten Bundesländern ab Montag unter Auflagen öffnen oder zumindest Termine vergeben, in einigen Ländern bleibt die regionale Inzidenz der Maßstab. Faktisch könnte es aber eine Woche länger dauern, bis die Häuser die Öffnungen organisatorisch umsetzen können, wie aus einigen Bundesländern zu hören war. In Sachsen soll dieser Öffnungsschritt erst ab dem 15. März erfolgen. In Thüringen ist von einer Öffnung von Museen oder Galerien vorerst keine Rede.

Kosmetik, Massagen und Co.

Friseure sind schon seit dem 1. März geöffnet. Weitere sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie etwa Massagen sollen ab Montag wieder unter strengen Auflagen erlaubt werden. Was genau gemeint ist, kann sich von Land zu Land unterscheiden – meist sind damit Kosmetik, Nagelpflege, Massage oder auch Tattoostudios gemeint. Kann nicht durchgehend eine Maske getragen werden, soll vorher getestet werden. In Thüringen soll dieser Schritt erst am 15. März erfolgen.

Die geplanten Öffnungsschritte in der Coronavirus-Pandemie

Die geplanten Öffnungsschritte in der Coronavirus-Pandemie

© Bundesregierung

Sport 

Zehn Menschen dürfen laut Bund-Länder-Beschluss an der frischen Luft kontaktfrei Sport treiben, wenn die Inzidenz unter 50 liegt – bei einem Wert bis zu 100 können immerhin fünf Menschen aus zwei Haushalten draußen Sport machen. Kinder bis 14 Jahren dürfen draußen in Gruppen bis zu 20 Sport machen. Auch hier folgen die meisten Länder weitgehend den Beschlüssen. In Hessen können auch Einzeltermine für Fitnessstudios gebucht werden. Berlin senkt die Altersgrenze für Kindergruppen auf 12 herab. In Thüringen ist die nötige Inzidenz für diesen Öffnungsschritt noch nicht erreicht.

Schulen

An den Schulen wird der Präsenzunterricht langsam wieder hochgefahren. Die Länder verfahren hier sehr unterschiedlich. In Berlin waren bisher nur die 1. bis 3. Klassen im Wechselunterricht zurück, ab Dienstag kommen auch die 4. bis 6. Klassen. In den Grundschulen der Stadt Bremen herrscht seit dem 1. März wieder Präsenzunterricht und Wechselunterricht ab der fünften Klasse. Die jeweiligen Abschlussklassen sollen Klausuren in Präsenz schreiben. Ab dem 15. März sollen in Abhängigkeit der lokalen Inzidenz Grundschüler in Bayern, wieder in den normalen Präsenzunterricht einsteigen können – Schüler an weiterführenden Schulen können in den Wechselunterricht.

In Brandenburg gehen nach den Grundschulen ab 15. März auch weiterführende Schulen in den Wechselunterricht. In Hamburg bleibt die Präsenzpflicht für Schüler aufgehoben, so dass Eltern entscheiden können, ihre Kinder weiter im Homeschooling zu belassen. In Niedersachsen gilt für Grundschüler und Abschlussklassen ab Montag wieder die Präsenzpflicht, solange die Region keinen Sieben-Tage-Wert über 100 hat. Am 15. März kehren die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang aus dem Homeschooling ins Wechselmodell zurück. Auch in Rheinland-Pfalz wird der Wechselunterricht ausgeweitet auf die Klassen fünf und sechs. In Sachsen sind die Grundschüler schon seit Februar im Wechselunterricht, ab 15. März folgt der Rest. Auch in weiten Teilen Schleswig-Holsteins können die Kinder und Jugendlichen aus den 5. und 6. Klassen ab Montag wieder zum Präsenzunterricht in die Schulen gehen.

fs DPA

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