Heilige Drei Könige : Weg mit den Weihnachtsbäumen: Was beim Entsorgen erlaubt und besonders nachhaltig ist – und was nicht

Der Dreikönigstag bedeutet für viele Weihnachtsbäume in deutschen Wohnzimmern den Exitus. Aber wohin mit der Tanne? Und wie lassen sich die Bäume möglichst nachhaltig entsorgen – oder wiederverwerten?

Er ist inzwischen durchaus in der Kritik, weil sein Kauf nicht unbedingt umweltfreundlich ist: der Weihnachtsbaum. Trotzdem fällt es vielen schwer, ganz auf ihn zu verzichten. Mindestens seit Weihnachten trocknen die Bäume jetzt schon vor sich hin, die Nadeln fallen langsam, unter dem Gewicht des liebevoll angebrachten Christbaumschmucks. 

Bei manchen muss das Teil schon direkt nach Silvester raus aus der Wohnung, andere trennen sich schwer und lassen ihn bis Maria Lichtmess am 2. Februar stehen. Für die meisten ist jetzt am Dreikönigstag Schluss. 

Aber wie entsorgt man den Weihnachtsbaum am besten? Wie nachhaltig sind Alternativen wie Christbäume im Topf denn nun wirklich? Und kann man die Zweige nicht doch noch einmal besser verwerten? Ein Überblick.

Heute ist weniger Lametta: Den Baum ganz abschmücken

Erste Tat vor dem Rausschmiss: Der Weihnachtsbaum muss vollständig von seinem Schmuck befreit werden. Lametta muss sauber entfernt und bestenfalls bis zum nächsten Jahr verstaut werden. Was nicht mehr bleiben darf, gehört in den Restmüll. Altes Lametta, das noch Blei enthalten könnte, muss sogar in den Sondermüll. 

Den Baum wegwerfen: Hier muss er hin

Soll der Baum in den Müll, muss er entweder auf den örtlichen Wertstoffhof oder zu Annahmestellen für Grünschnitt gebracht werden. In der Regel kann man ihn dort kostenfrei entsorgen. Wer einen eigenen Garten mit Komposthaufen hat, kann den Weihnachtsbaum auch selbst entsorgen. Dazu sollte er sauber zerkleinert werden. Die getrockneten Zweige können sogar helfen, den Kompost durchzulüften.

Einfach zurück in die Natur? Auf keinen Fall!

Auch wenn der Baum in den Kompost darf, einfach unzerkleinert zurück in die Natur gehört er nicht. Im Wald oder Park braucht er sehr lange, bis er verrottet. Deshalb muss man unter Umständen sogar ein Bußgeld bezahlen, wenn man bei unsachgemäßer Entsorgung des Christbaums erwischt wird. 

Kommunale Sammelstellen und Abholung 

Alternativ dazu sammeln viele Kommunen und Städte die Christbäume aber auch in den Stadtvierteln auf. Dafür gibt es Sammelstellen, an die der Baum zu bestimmten Zeitpunkten gebracht werden muss.

In den meisten deutschen Großstädten gibt es solche Ablageorte, zum Beispiel in

Manchmal werden die Bäume sogar direkt vor der Haustüre abgeholt. Am besten informiert man sich dazu auf den Webseiten der Kommunen.

Tieren und Natur etwas zurückgeben

Auch eine Weiterverwertung des Baumes für Flora und Fauna ist eine gute Lösung. Viele Zoos, Wildparks und Förster freuen sich über die alten Tannenbäume. Sie legen sie Tieren zum Spielen und Knabbern in ihre Gehege. Schafe, Ziegen oder Alpakas lassen sich auch mit den Zweigen füttern. Allerdings sollte man hier unbedingt vorher fragen, ob der Tierpark wirklich noch Weihnachtsbäume braucht. Oft bekommen Zoos nämlich schon unverkaufte Bäume von den Supermärkten.

Ein Elefant mit einem Weihnachtsbaum im Rüssel.

Ein Elefant bei der Weihnachtsbaum-Fütterung im Zoo Berlin. 

© Imago Images

Im Garten kann ein Haufen mit alten Tannenzweigen auch einen guten Unterschlupf für Tiere bieten. Vögel, Igel oder Insekten können sich hier verkriechen oder sogar darin überwintern.

Auch für Pflanzen können die Äste als Schutz dienen. Wer Beete mit Ästen abdeckt, schützt sie vor Kälte und Frost. Fichten sind dabei besonders gut, denn die Nadeln fallen nach und nach ab und die Pflanzen bekommen bis zum Frühling wieder peu à peu mehr Licht. 

Tanne: Verbrennen, verspeisen oder basteln 

Aus Tannenzweigen lässt sich so einiges herstellen: Tees, Sirups oder Duftöle zum Beispiel. Wer gerne bastelt, kann aus dem Stamm etwas schnitzen. Im Internet gibt es dazu viele Tutorials, zum Beispiel auf der Webseite des „Verbands natürlicher Weihnachtsbaum“

Selbstverständlich kann der Tannenbaumstamm auch als Feuerholz für die eigenen vier Wände verwendet werden. Allerdings sollte der Stamm besser bis zum nächsten Jahr durchtrocknen, damit sich beim Abbrennen nicht zu viel Rauch bildet. Hundertprozentig nachhaltig ist Heizen mit Holz aufgrund der Feinstaubbelastung nämlich eher weniger. 

Gemieteten Weihnachtsbaum wieder zurückgeben: Ist das wirklich nachhaltig?

Als nachhaltiges Weihnachtbaum-Konzept gilt seit einiger Zeit das Mieten von Bäumen im Topf. Nach dem Fest sollen die Bäume entweder zurück zum Händler oder wieder eingepflanzt werden. Der Nachteil daran: Ein doppelter Transportweg ist auch nicht besonders nachhaltig. Das Konzept geht also nur auf, wenn der Baum in der Nähe gekauft und zurückgegeben wird. 

Und dann muss er erst einmal überleben. Dafür muss er langsam an die warme Wohnzimmerluft und ebenso langsam wieder an die kalte Winterluft gewöhnt werden. Er darf auf keinen Fall zu lange im trockenen Warmen stehen und muss mit Wasser gepflegt werden. 

Und noch etwas: Wird er nach der Frostphase im Frühjahr erst einmal wieder eingepflanzt – darf er im kommenden Jahr nicht wieder ausgegraben und wiederverwendet werden – das überlebt der Tannenbaum nicht. Das heißt: Es braucht zum nächsten Weihnachtsfest wieder einen neuen Baum im Topf.

Fürs nächste Weihnachten: Vorher informieren, wie nachhaltig der eigene Tannenbaum ist

Rund 30 Millionen Tannenbäume werden in Deutschland verkauft. Besonders ungut dabei: Die beliebte Nordmanntanne ist keine heimische Tanne, sondern kommt aus den Wäldern des Kaukasus. In Deutschland werden 90 Prozent der Bäume aus dem eigenen Land verkauft, aber: Meistens stammen sie aus Weihnachtsbaumkulturen, auf denen ordentlich gespritzt und gedünkt wird – gegen Insekten und für einen gleichmäßigen Wuchs und eine intensive Färbung. 

Der NABU empfiehlt deshalb vor allem den Kauf von heimischen Fichten, Kiefern und Tannen, die auf Sonderflächen unter Stromtrassen wachsen. Wo sie wachsen, lässt sich beim Förster oder Forstamt am besten erfragen. Oft kann man die Bäume sogar in Aktionen selber aussuchen und fällen. Auch der kurze Transportweg wirkt sich positiv auf die Ökobilanz der Bäume aus. 

Am besten sind wirkliche Öko-Weihnachtsbäume, die Siegel von FSC, Naturland oder Bioland haben. Eine bundesweite Liste von Anbietern findet sich bei Robin Wood.

Quellen: NABU, SWR, Öko-Test, Natürlicher Weihnachtsbaum, Robin Wood 

 

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